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Auch alle E-Book-Leser können  "Das Feentuch" herunterladen.:  

Selbstverständlich gibt es mit der "Blick-ins-Buch-Funktion" eine Leseprobe. Also auf ins magische Schottland!

Aufrecht gehn, den Himmel sehn

Neben meinen Büchern, die durchweg in der Unterhal-tungslektüre ihren Platz haben, ist ein biblisches Musical für Kinder ab sechs Jahre in Chor-und Theatergruppen erschienen. In diesem Buch befinden sich Lieder, Sprechtexte und Notenmaterial für eine 30-minütige Aufführung.  In sechs Szenenbildern und ebenso vielen Liedern begegnen die Kinder Sarah, deren Blick auf den Boden gewandt ist und die an dieser Last schwer trägt. Und sie erfahren, was geschieht als Jesus in Sarahs Leben tritt... Das Buch im lese- und musikerfreund-lichen Großformat ist bei Amazon erhältlich.

19. Dezember

Der Heilige Benjamin, Stammvater Israels

Sohn meiner rechten - der glücklichen - Seite (hebr.)

 

† um 1800 v. Chr.

Benjamin, jüngster Sohn des Jakob und der Rahel, die bei der Geburt des letzten Sohnes verstarb. Mit seiner Hilfe wurde der Pharao überlistet und musste nach der Hungersnot, die in Israel herrschte, die Söhne Jakobs wieder ziehen lassen. 

Angelehnt an die Person, bezeichnet man den jüngsten Spross einer Familie bis heute als Benjamin. Einer englischen Tradition zufolge nennt man eine große Essensration Benjamins-Portion, weil in den Schriften steht, dass Joseph befohlen habe, dem Benjamin fünfmal mehr zu geben.  

Benjamin kommt Ihnen vielleicht bekannt vor, wenn Sie schon länger auf meiner Homepage und in den Kalendern unterwegs sind. Er war tatsächlich schon einmal Teil eines Kalenders in den Anfangsjahren. Da es sich aber um eine schöne Vorlesegeschichte für Kinder handelt, soll Benjamin in diesem Jahr noch einmal zum Einsatz kommen, in dem wir an den Heiligen Benjamin denken, dem er seinen Namen verdankt. 

Der kleine Engel Benjamin 

 

Der kleine Engel Benjamin war schon ganz aufgeregt. Sein Name bedeutete „Der Jüngste“ und das war er auch tatsächlich. Er war unter den himmlischen Heerscharen Gottes noch ganz neu und hatte seinen Dienst gerade erst begonnen. Daher kam es auch, dass er so furchtbar aufgeregt war, denn ausgerechnet in diesen Tagen sollte auf der Erde etwas ganz besonderes passieren. Der Sohn Gottes sollte zur Welt kommen und zwar – man stelle sich das einmal vor – in einem ärmlichen Stall in Bethlehem. Das hatte ihm sein Lehrer heute Morgen brühwarm erzählt, als er von einem Gespräch mit dem lieben Gott zurückkam. Raphael, sein Lehrer, hatte die wichtige Aufgabe übernommen, den Hirten auf dem Feld die Geburt dieses Sohnes zu verkünden.

     „Und dabei kann ich dich nicht gebrauchen“, hatte er zu Benjamin gesagt. „Gottvater hat ausdrücklich befohlen, dass ich allein bei den Hirten erscheinen soll, damit sie nicht unnötig in Angst versetzt werden“, fügte Raphael noch hinzu.

     "Und was soll ich dann in dieser Zeit machen?“, fragte Benjamin ein wenig beleidigt und ängstlich, dass er das große Ereignis verpassen könnte, weil er allein auf seiner Wolke zurückblieb. Raphael klopfte ihm beruhigend den linken Flügel, wobei ein wenig Staub emporstieg, denn Benjamins Flügel waren gebraucht.

     „Du kannst für Gabriel und den himmlischen Engelschor die Noten transportieren. Das ist für den Anfang eine gute und verantwortungsvolle Aufgabe, sagte er und hielt Benjamin einen kleinen Rucksack entgegen, dessen Taschen ganz ausgebeult waren. Der kleine Engel schnallte den Rucksack versuchsweise über die Flügel und sackte leicht in sich zusammen, als er das Gewicht spürte.

     „Ganz schön schwere Lieder“, stöhnte er, war jedoch insgeheim stolz, auf diese Weise an allem teilhaben zu können.

     „Um fünf musst du losfliegen, damit du den Hinweg im Hellen schaffst. Und beachte die himmlischen Wegweiser nach Bethlehem!“, befahl Raphael und Benjamin nickte gehorsam und zog sich auf seine Wolke zurück um sich auf die Reise vorzubereiten. Erst einmal jedoch setzte er sich um die Ereignisse dieses Tages zu verdauen.

 

     Und es kam, wie es kommen musste: Benjamin war von der ganzen Aufregung so erschöpft, dass er einschlief. Als er erwachte, dämmerte es schon am Himmel und Benjamin erschrak. Unterm ganzen Himmelszelt schien eine unglaubliche Stille zu herrschen. Das übliche Flügelschlagen war gänzlich verstummt. Na klar, alle anderen waren ja wohl schon Richtung Erde unterwegs. Benjamin griff nach dem Rucksack, übersah aber in seiner Hast, dass die Taschen sich geöffnet hatten und alle Notenblätter sich auf seiner Wolke verteilten. Schon flog er los. Er übertrat zwar die Geschwindigkeitsgesetze des Himmels, aber es war ja schließlich niemand da, mit dem er zusammenstoßen konnte.

Eilig ließ er sich zur Erde sinken und als er den Stall in Bethlehem erreichte, da lag das kleine Jesuskind schon auf Heu und Stroh in einer Futterkrippe. Gabriel klopfte bereits ungeduldig mit dem Taktstock gegen die Holzbalken und der Engelschor sah Benjamin ausnahmslos mit vorwurfsvollen Blicken an. Benjamin nahm den Rucksack und streckte ihn Gabriel entgegen. Doch, oh Schreck, alle Taschen des Rucksacks waren leer.

 

     Was sollte der Chor denn nun singen? Benjamin getraute sich gar nicht, Gabriel in die Augen zu schauen. Aber Gabriel wäre nicht der Chorleiter der himmlischen Heerscharen, wenn er es nicht gewohnt gewesen wäre, zu improvisieren. Und so raunte er den anderen zu: „Gloria in excelsis Deo“ und mit großer Stimmgewalt sang der Engelschor sogleich sein „Ehre sei Gott in der Höhe“ – so schön und überwältigend, jetzt, da niemand vom Blick auf das Notenblatt abgelenkt wurde, wie nie zuvor.

Und unten im Stall lächelte das neugeborene Jesuskind aus der Futterkrippe Benjamin an. Es schien ihm zuzuzwinkern, als wolle es sagen: Das hast du gut hingekriegt. Frohe Weihnachten, kleiner Engel Benjamin!“

Und weil Sie Benjamin vielleicht schon kannten, schenke ich Ihnen heute noch ein Gedicht:

 

Einen Retter wünsch ich dir

 

Einen Retter wünsch ich dir,

der dich treu begleitet,

durch die Wirren deines Weges

dich ganz ruhig geleitet.

Einen Retter wünsch ich dir

stets an deiner Seite,

der bei Gegenwind dir gibt

Schutz und Blick aufs Weite.

 

Einen Retter wünsch ich dir

in dem Weltgetriebe,

der dir dabei täglich zeigt:

Wichtig ist die Liebe.

 

Einen Retter wünsch ich dir,

der dich nicht alleine

lässt, wenn Trost du nötig hast,

gleich, auf welche Weise.

 

Einen Retter wünsch ich dir,

der dir Zeiten schenkt,

und, wenn du mal einsam bist,

immer an dich denkt.

 

Einen Retter wünsch ich dir,

der mit seinem Lachen,

dir das Leben leichter macht,

trotz verschied‘ner Sachen.

 

Einen Retter wünsch ich dir,

der schon immer da,

und dass Gott in deinem Herzen

bleibt das ganze Jahr.

Ihre Nachricht für mich:

Kommentare: 2
  • #2

    Sabrina Blex (Donnerstag, 19 Dezember 2019 23:27)

    Wunderschön geschrieben...

  • #1

    Enya (Donnerstag, 19 Dezember 2019 13:57)

    Ein herzliches Dankeschön für die wunderbare Geschichte (ich werde sie meinen Enkeln vorlesen) und das Gedicht.
    Liebe Grüße
    Enya