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Selbstverständlich gibt es mit der "Blick-ins-Buch-Funktion" eine Leseprobe. Also auf ins magische Schottland!

Aufrecht gehn, den Himmel sehn

Neben meinen Büchern, die durchweg in der Unterhal-tungslektüre ihren Platz haben, ist ein biblisches Musical für Kinder ab sechs Jahre in Chor-und Theatergruppen erschienen. In diesem Buch befinden sich Lieder, Sprechtexte und Notenmaterial für eine 30-minütige Aufführung.  In sechs Szenenbildern und ebenso vielen Liedern begegnen die Kinder Sarah, deren Blick auf den Boden gewandt ist und die an dieser Last schwer trägt. Und sie erfahren, was geschieht als Jesus in Sarahs Leben tritt... Das Buch im lese- und musikerfreund-lichen Großformat ist bei Amazon erhältlich.

4. Dezember - Namenstag der Heiligen Barbara

Namenstag der Heiligen Barbara

Die Frem­de (griech.)

 

Geburts- und Sterbedatum, sowie Ort sind nicht gesichert

Die Legenden um die heilige Barbara, deren Existenz nur vermutet werden kann, da es keine gesicherten Erkenntnisse darüber gibt, sind zahlreich. Mal geht es um ihre heimliche Taufe, mal um  die bauliche Veränderung des Turmes, in den ihr Vater sie sperren ließ. Besonders bekannt aber ist die Legende um den Kirschzweig, der sich bei einem Fluchtversuch in ihrem Gewand verfing und in der Gefangenschaft durch ein paar Tropfen ihres Trinkwassers erblühte. Barbara ist eine der 14 Nothelfer und wird z.B. bei Gewitter und für eine gute Todesstunde angerufen. Außerdem ist sie u.a. die Schutzpatronin der Bergleute und der Artillerie.

Die Aufgabenliste der Heiligen als Schutzpatronin ist lang. Bei ihr fasziniert mich vor allem, dass ihre Existenz nicht als gesichert gilt und sie doch für viele die Kraft hat, Hilfe und Fürsprache zu leisten. 

 

Kein Beinbruch

Babsi war früh aufgestanden und in den Garten gegangen. Draußen war es winterlich kalt. Raureif bedeckte die Wiese und sie schlug das grobe Wolltuch eng um sich, das sie bei solcher Witterung gerne trug. Sie war so früh unterwegs, um Zweige von ihrem Kirschbaum zu pflücken, Zweige, die ihr in der nahen Weihnacht einen Hauch von Leben und Frühlingserwachen zeigen sollten.

Sie stieg auf die Leiter, die sie schon am Nachmittag zuvor an den Baum gelehnt hatte. Doch gestern war es noch zu früh gewesen, die Zweige von den Ästen zu trennen. Sie war überzeugt, dass das tot erscheinende Geäst ihrer Namenspatronin nur blühen würde, wenn es am Barbaratag geschnitten wurde. Jens, ihr Freund, belächelte sie ein wenig wegen dieser Tradition, die sie schon von ihrer Mutter übernommen hatte. 

Die Leiter wackelte ein wenig und Barbara klammerte sich an den Stamm des Baumes, während sich ihr Tuch, durch einen Windstoß hochgehoben, in den Zweigen verfing, bevor sie überhaupt die Astschere ansetzen konnte. Sie zog und zerrte ein wenig an dem Stoff und hörte ein leises Knacken unter sich, als schon die Leiter umfiel und Babsi unter sich begrub. Laut rief sie um Hilfe und es dauerte zum Glück nicht lange, da kam auch schon Jens angerannt, um nach ihr zu sehen. Als er ihr aufhelfen wollte, konnte Babsi sich nicht aufrichten. Da blieb ihm nichts anderes übrig als den Krankenwagen zu rufen. 

Fast drei lange Wochen lang lag Babsi dort mit einem komplizierten Beinbruch. Am Heiligen Abend wurde sie zum Glück entlassen. Jens holte sie aus der Klinik ab und nahm fürsorglich ihre Tasche, während sie an Krücken neben ihm her humpelte und sich selbst und ihre Ungeschicklichkeit nicht zum ersten Mal verfluchte. Der Grund, warum sie die Leiter bestiegen hatte, war bei dem ganzen Tohuwabohu nach dem Sturz völlig in Vergessenheit geraten. 

Babsi und Jens betraten das Haus und ihr Blick fiel auf das Wolltuch, das in der Diele an der Garderobe hing. Babsi bat Jens, es mit ins Wohnzimmer zu nehmen. Sie wollte es sich umlegen, denn durch die Einschränkung ihrer Bewegungen war ihr neuerdings immer ein wenig kalt. Jens tat, wie ihm geheißen und erklärte, das Tuch habe nach Babsis Sturz  oben im Baum festgehangen und er habe es hereingeholt, damit es nicht nass und schmutzig wurde. 

Er holte und reichte es ihr und als Babsi es sich um die Schultern legen wollte, fand sie an einem Zipfel einen winzigen blühenden Kirschzweig, der wohl von den Ästen gerissen worden war, als Jens das Tuch sichergestellt hatte. 

An dem einst wie tot wirkenden Zweig waren kleine, hellgrüne Blätter und rosa Blüten zu sehen, die sich in ihrer Schönheit entfaltet hatten.  Der Barbarazweig hatte es auch ohne Wasser und Babsis Dazutun geschafft, seiner Aufgabe gerecht zu werden. 

Jens staunte, holte dann eine flache Wasserschale und die zwei legten den blühenden Zweig vorsichtig hinein. Babsi atmete erfreut auf. Nun konnte Weihnachten kommen. Alles andere war kein Beinbruch. 

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Kommentare: 4
  • #4

    Geli (Samstag, 07 Dezember 2019 21:57)

    Der Barbaratag ist mir gut bekannt und ich habe auch Zweige geschnitten und in die Vase gestellt.

    Du hast eine wunderschöne Geschichte erdacht, die die dunklen Tag erhellt.
    LG Geli

  • #3

    Enya (Mittwoch, 04 Dezember 2019 16:54)

    Den Brauch mit den Barbarazweigen kenne ich, oft habe ich es mit meinen Schülern in der Schule praktiziert, dazu haben wir immer passende Gedichte gelernt.
    Du, liebe Anja, hast wierder eine schöne Geschichte dazu geschrieben. Zum Glück ist ja alles gut ausgegangen. Fast scheint es wie ein kleines Wunder, dass so ein trockener Zweig auf einmal Blüten treibt.
    Liebe Grüße und danke
    Enya

  • #2

    Sabrina Blex (Mittwoch, 04 Dezember 2019 12:32)

    Sehr schön geschrieben..
    Ich bin schon echt gespannt,auf
    Die anderen Geschichten..
    Lese halt immer wieder gerne von
    Dir geschriebenes..

  • #1

    Ursula (Mittwoch, 04 Dezember 2019 12:01)

    Hallo Anja, lese wieder gerne deine schönen Geschichten und Gedichte.
    Die Tradition vom Kirschzweig kenne ich aus meiner Kindheit,wir hatten
    einen Kirschbaum im Garten am 4.12 musste immer einer meiner Brüder Zweige pflücken.Weihnachten haben sie wirklich geblüht. für mich war das immer ein kleines Wunder.