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Selbstverständlich gibt es mit der "Blick-ins-Buch-Funktion" eine Leseprobe. Also auf ins magische Schottland!

Aufrecht gehn, den Himmel sehn

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21. Dezember

Die Heilige Hagar, Mutter, Dulderin

Die Wandernde (hebr.)

 

* in Ägypten

† ca. 2000 v. Chr.

 

Hagar ist die Magd von Abraham und Sara und muss wegen der Unfruchtbarkeit ihrer Herrin mit ihrem Herrn ein Kind zeugen, dass sie auf dem Schoß der Herrin gebiert. Nach der Tradition war das Kind somit Eigentum der Herrin.

Als aber Sara eifersüchtig auf Hagar wird, sorgt sie dafür, dass die Magd mit dem Kind in die Wüste getrieben wird, wo diese sich zum Sterben bereit macht. Ein Engel aber richtet sie auf und bringt ihr die Nachricht, dass aus ihrem Sohn Ismael ein großes Geschlecht hervorgehen wird. 

Neun Monate

 

Neun Monate hatte sie ihn getragen. Die Last war - vor allem in den letzten Wochen - von Tag zu Tag schwerer geworden. Nun würde die Anstrengung bald ein Ende finden. Christina hatte sie zu allen Untersuchungen begleitet. Er war doch schließlich ihr Kind, gezeugt mit ihrem Mann, da sie selbst nicht dazu in der Lage war.

 

Jasmina hatte es eine Weile genossen, sich in die Obhut des Paares zu geben. Sie betteten die Schwangere förmlich auf Rosen. Nichts durfte ihr zu nahe kommen. Doch eigentlich war es in all dieser Zeit nicht einmal um Jasmina gegangen, sondern nur um ihn. Nun, da er auf die Welt drängte, würde sich alles ändern.

 

Jasmina hatte ihm keinen heimlichen Namen gegeben. Das Paar war der Eigentümer des Kindes, sie nur die Erfüllungsgehilfin des Kinderwunsches. Jede Bewegung, die er machte, war ein stiller Gruß an sie, den sie nicht erwidern wollte. Sie durfte sich nicht vertraut machen mit ihm. 

 

Unter den Wehen wurde das nicht leichter. Sie spürte den Schmerz in Wogen anrollen, die sie überspülten. Am Ende würde keine Glückseligkeit stehen, sondern der Verlust dessen, der bei ihr Wohnung genommen hatte.

 

Diesen Verlust hatte sie erstmals gespürt, als die Fremde ihre Hand auf den Bauch gelegt und zu dem Kind darin gesprochen hatte. Von diesem Moment an wusste Jasmina, sie würde keine Chance zum Rückzug erhalten. Nimm das Geld und geh - würde es am Ende heißen.

 

Und das Ende - das war jetzt ganz nah und ängstigte sie. Die Hebamme blickte ihr in die Augen und ahnte die Angst in ihrem Blick. Auch, als sie ihr das Kind gab, veränderte sich nichts. Dem Schmerz fehlte die Süße des ersten Blicks auf den Neugeborenen.

 

Du hast deine Sache gut gemacht. Mehr hörte sie nicht. Auf die Stillzeit wollte das Paar verzichten. Zu viel Nähe, das erkannten auch sie, war nicht gut. Als sie zum Krankenhaus kamen, hatten sie Jasminas Habseligkeiten gleich mitgebracht. Das vereinbarte Geld sei in der Tasche, erklärten sie ihr und fuhren sie bis vor die Tür eines halbwegs akzeptablen Hotels. Die Zeiten des Rosenbettes waren verblüht. 

 

Jasmina stieg aus. Allein blieb sie am Straßenrand zurück. Man hatte ihr gesagt, es sei nun Zeit, Abschied zu nehmen. Dabei hatte sie nicht einmal neben dem Kind auf dem Rücksitz Platz nehmen dürfen. Dort saß die neugeborene Mutter. Von heute an gehörte er ihr. 

Ihr Kommentar für mich:

Kommentare: 3
  • #3

    Sabrina Blex (Samstag, 21 Dezember 2019 19:07)

    Eine traurige Geschichte, und jeden falls,für mich eine sehr mit fühlende Geschichte..!
    Wie jasmina sich gefühlt haben muss...!?!
    sie hat die schmelzen Leif mit erlebt,
    jasmina,hat die ersten Bewegungen ihres eigenen Kindes gespürt,doch konnte bzw durfte diese nicht zu intensiv an sich heran lassen..!!!
    Das ist mit sicher Zeit nicht leicht...!!!

  • #2

    Geli (Samstag, 21 Dezember 2019 09:51)

    Eine traurige Geschichte für die eine Seite. Wir wissen oft nicht genau, auf was wir uns einlassen, wenn wir etwas beginnen. Niemand kann die Zeit zurückdrehen und wir müssen mit der Vergangenheit leben.

    LG Geli

  • #1

    Enya (Samstag, 21 Dezember 2019 09:34)

    Ein sehr schwierigers Thema, das hier in der Geschichte von Jasmina anklingt. Oft habe ich mich gefragt, wie es den Leihmüttern gehen mag, was sie dazu bringt, sich so zur Verfügung zu stellen. Es muss wohl - wie so oft - das Geld sein, eine Notlage.
    Die Problematik kommt in dieser kleinen Geschichte gut heraus, es ist traurig. Ohne, dass es direkt ausgesprochen wird, spürt man Jasminas Gefühle deutlich.

    Eine schönes 4. Adventswochenende
    Enya