2016 erschien mein Fantasy-Roman "Das Feentuch" Wer wissen will, was im fernen Schottland geschieht, findet das Buch beim Klick auf das Bild bei Amazon für 12,99 €

Auch alle E-Book-Leser können  "Das Feentuch" herunterladen.:  

Selbstverständlich gibt es mit der "Blick-ins-Buch-Funktion" eine Leseprobe. Also auf ins magische Schottland!

Aufrecht gehn, den Himmel sehn

Neben meinen Büchern, die durchweg in der Unterhal-tungslektüre ihren Platz haben, ist ein biblisches Musical für Kinder ab sechs Jahre in Chor-und Theatergruppen erschienen. In diesem Buch befinden sich Lieder, Sprechtexte und Notenmaterial für eine 30-minütige Aufführung.  In sechs Szenenbildern und ebenso vielen Liedern begegnen die Kinder Sarah, deren Blick auf den Boden gewandt ist und die an dieser Last schwer trägt. Und sie erfahren, was geschieht als Jesus in Sarahs Leben tritt... Das Buch im lese- und musikerfreund-lichen Großformat ist bei Amazon erhältlich.

12. Dezember

Der Heilige Alexander von Kappadokien (v. Jerusalem)

orthodoxer Gedenktag 12. Dezember/katholisch 18. März

Der Wehrmann (griech.)

 

† 250/251 in Cäsarea in Israel

 

Etwa im Jahre 211 wurde Alexander Bischof von Cäsarea und in dieser Rolle unter Kaiser Septimus Severus gefangen genommen und pilgerte nach seiner Freilassung nach Jerusalem. Dort gründete er   eine Bibliothek. Seine Festnahme während der Christenverfolgung unter Kaiser Decius brachte ihn erneut ins Gefängnis, wo er alle Martern - auch den Kontakt zu wilden Tieren -  überlebte.  Am Ende aber starb er im Gefängnis an den Folgen der Misshandlungen.

Die Wunsch-Bibliothek

 

     Sam betrat die größte Bibliothek, die er je in seinem Leben gesehen hatte. Doch das war nicht die einzige Besonderheit. Vor ihm aufgereiht standen Bücher verschiedener Formate und reckten ihm ihre Blätter einladend entgegen, wie kleine Kinder, die auf den Arm genommen werden wollten. Er trat einen Schritt näher und eines der Bücher, ein winziger gelber Bildband, quietschte begeistert auf. Sie alle schienen auf seinen Besuch gewartet zu haben.

     „Lies mich“, kicherte das gelbe Buch. „Du hast seit Jahren nichts Lustigeres gelesen!“ 

     Schon drängelte sich ein dicker Wälzer in den Vordergrund, nicht ohne das kleinere Buch derbe beiseite zu schubsen.  

     „Hör nicht drauf. Auf meinen Seiten machst du eine spannende Reise in die Zukunft dieser Erde. Ich zeige dir Welten, die du dir nicht einmal erträumt hast.“ Dabei wedelte es herausfordernd mit seinen großen Seiten.

     „Ach, Unsinn. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!“

Ein Foliant mit bunten Karten und Abbildungen kam herbei gelaufen.     

     „Du willst neue Kontinente entdecken? Dann greif zu. Ich stehe zur Verfügung!“

     „Nun, ich weiß nicht…“, zauderte Sam. „Ich bin nur zu Besuch. Da kann ich doch nicht ungefragt in euch herumblättern. Das gehört sich einfach nicht.“ Unschlüssig drehte Sam seinen Strohhut in den Händen.

     „Was bist du für ein Leser, dass du dir darum Gedanken machst?“ Eine Lexikonreihe trippelte aufgeregt vor Sam auf und ab. Das vierte Buch in der Reihe hüpfte und brachte die anderen aus dem Takt. Sie stolperten und fielen auf einen großen Haufen.

     „Ja, was bist du für ein Leser?“ schrie ein Buch, das hoch oben in einem der Regale gestanden hatte. Nun warf es sich im Sturzflug herab, landete aber unbeschadet am Boden und blieb aufgeschlagen vor Sam liegen. Er erkannte Bilder von seltsamen Flugmaschinen.

     „Was bin ich für ein Leser? Das ist eine gute Frage!“, erklärte Sam, der längst aufgehört hatte, sich über die sprechenden Bücher zu wundern.     

     „Morgens lese ich in der Zeitung. Zum Mittagessen oder in der Bahn blättere ich gern in einem Buch mit Anekdoten. Das erleichtert mir den Tag und vertreibt die Langeweile.“ Das gelbe Buch flatterte fröhlich mit seinen Seiten.

     „Wenn ich etwas nachschlagen will, greife ich zum Lexikon“, fuhr Sam fort. „Science Fiction lese ich eigentlich nie. Das ist nicht meine Richtung.“ Der Wälzer sah tatsächlich ein wenig enttäuscht aus und klappte sich beleidigt zu. „Aber Abenteuer mit großen Helden oder Kriminalromane, in denen es hoch hergeht, die gönne ich mir zum Feierabend.“ Zwei Bücher atmeten sichtlich erleichtert auf.

     „Wenn der letzte Urlaub zu lange her ist, sehe ich mir die Karten in einem Atlas an und überlege, wohin ich noch gerne reisen möchte.“ Der Atlas und die drei Globen auf den Regalen drehten sich begeistert um die eigenen Achsen. Sam trat noch einen Schritt näher, denn nun hatte er den nötigen Mut gefasst, sich genau in dieser Bibliothek umzuschauen. Selbst der riesige Schreibtisch hatte die Form eines Buches. Wenn das hier sein Zuhause wäre, würde dies sein Lieblingszimmer werden.

     „Ihr seht, es gibt also kaum ein Buch, das mich nicht locken könnte.“ Das Science Fiction Buch schmollte sichtlich. Mitleidig strich Sam über den bunten Einband. „Manchmal muss man auch was Neues ausprobieren“, sagte er tröstend.

 

     Nun schlug der Schreibtisch seinen Deckel auf und zum Vorschein kamen ein großes Federbett und eine weiche Daunenmatratze, die sich für Sam einladend aufplusterten.

     „Du bist herzlich eingeladen, es dir bei uns gemütlich zu machen.“ Die Kissen schüttelten sich selbst auf und Sam beschloss, sich das nicht zweimal sagen zu lassen. Er nahm Platz und versank wie in einer Schäfchenwolke. Entschuldigend  griff er nach dem verschmähten Buch mit den Geschichten aus der Zukunft der Welt.

      „Vielleicht werden wir zwei doch Freunde!“, erklärte Sam und begann mit dem Prolog. „Man sollte nie nie sagen.“ Die anderen Bücher klappten geduldig ihre Seiten zu. Sie würden warten, bis sie an der Reihe waren…

Ihre Nachricht für mich:

Kommentare: 2
  • #2

    Geli (Donnerstag, 12 Dezember 2019 10:39)

    Man sollte nie nie sagen, das stimmt.

    Wieder eine wunderbare Geschichte, aus der der Mensch einiges lernt.
    LG Geli

  • #1

    Enya (Donnerstag, 12 Dezember 2019 09:54)

    Was für eine Bibliothek - sprechende Bücher, die einen einladen. Fantastisch. Sehr amüsant geschrieben, passend zu Alexander von Kappadokien, der ja eine Bibliothek gegründet hat.

    Und ja, man sollte offen sein für Neues, sich nicht verschließen, ohne etwas zu kennen. Sam macht es richtig, sich das das Science Fiktion Buch einzulassen.